Das zählt …
für den Klimapaten-Gründer Jan Sadowsky

Jan Sadowsky

© Fotos Regine Christiansen

Als ich zum ersten Mal das Unternehmernetzwerk Alsterrunde besuche, berichtet Isabel Sadowsky gerade von einem aktuellen Projekt ihrer Firma im Forst Klövensteen.  Dort sollen bald bis zu 8000 Laubbäume gepflanzt werden, um mehr Grundwasser zu erhalten. Bald darauf treffe ich mich mit Isabels Mann Jan Sadwosky. Der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Klimapatenschaft GmbH wird mir erzählen, warum ihm dieses Projekt besonders am Herzen liegt. 

1. Bäume

Grau und eisig kalt ist es an diesem Januartag im Forst Klövensteen im Westen von Hamburg. Nur das Grün der Wiese leuchtet – und die Augen von Jan Sadowsky: „Wenn alles gut geht, könnten wir im Frühjahr mit dem Pflanzen beginnen.“ Der Plan: Aus einem reinen Nadelwald soll ein Laubmischwald entstehen. Dazu müssen hier ganz viele Laubbaumsetzlinge in die Erde gebracht werden.

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Klimapatenschaft-Geschäftsführer Jan Sadowsky im Klövensteen

„Wir arbeiten dabei mit Trinkwasserwald® e.V. und ihrem Projekt „Blätterwälder® … gemeinsam pflanzen“ zusammen. Der Verein setzt sich dafür ein, in Deutschland mit standortgerechtem Waldbau langfristig auch mehr Trinkwasser zu generieren und zu sichern. Denn in Laubwäldern bildet sich jedes Jahr pro Quadratmeter rund 80 Liter mehr hochwertiges Grundwasser als im reinen Nadelwald“, erklärt Jan Sadowsky. Der Grund: Bei Tanne und Co. verdunstet ein Großteil der Niederschläge, weil die ganzjährig bewachsene Krone, die raue Rinde und der Grasfilz am Boden die Flüssigkeit wie ein Schwamm festgehält. Bei Buchen und anderen Laubbäumen dringt dagegen in den Herbst- und Wintermonaten deutlich mehr Regen in den Boden und ins Grundwasser ein.

Fünf Euro kostet jeder Setzling. Für rund 2000 davon haben die Klimapatenschaft GmbH und der Verein schon kleine und größere Unternehmen als Baumpaten gewinnen können. Aber auch Einzelspender sind willkommen. Doch welche Ziele verfolgt die Unternehmensberatung Klimapatenschaft ihrer Beteiligung an der Aktion?

2. Klimapatenschaft

Laub- und Nadelbäume im Klövensteen

Laub- und Nadelbäume im Klövensteen

Das besondere Interesse an Bäumen geht bei Jan Sadowsky auf eine Kaminholz-Rechnung zurück, die er vor einigen Jahren erhielt. Ein Blick in die abgehefteten Vorgänger hatte ihm damals bestätigt,  dass die erstaunliche Preissteigerung für den Rohstoff nicht gefühlt, sondern sehr real war. Für den Anlageberater ein Auslöser, um sich eineinhalb Jahre lang intensiv in das Thema einzuarbeiten.

„Nach und nach habe ich dann angefangen, bei größeren Kundendepots Holzinvestments beizumengen und dabei festgestellt, dass Waldprojekte eben auch CO2-Zertifikate hervorbringen. Da war es nur logisch, im nächsten Schritt auch Konzepte für Unternehmen zu entwickeln, wie diese ihren CO2-Ausstoß ausgleichen können“, erinnert sich der 36-Jährige.

Bald darauf scheidet er als Partner in einem Finanzdienstleistungsunternehmen aus, steigt erst in eine andere Firma ein und gründet kurz darauf die Klimapatenschaft GmbH. Jan Sadowsky erklärt, warum: „Wenn ich mit den Waldthemen auf ein Unternehmen zugegangen bin, wurde ich immer erst mal in die Schublade Finanzdienstleister gesteckt. Dabei ging es ja eigentlich darum, Unternehmen nachhaltiger aufzustellen.“

An den Baumkronen ließen sich Freund- und Feindschaften der Bäume ablesen, erzählt Jan Sadowsky

An den Baumkronen ließen sich Freund- und Feindschaften der Bäume ablesen, erzählt Jan Sadowsky

Bei der Beratung von Firmen zum Thema Waldinvestment oder Klimaneutralität und CO2-Zertifikate wurde allerdings bald deutlich, dass viele Unternehmer Nachhaltigkeit eher als Trendthema begriffen  und nicht als Chance für ihre Firma. Die Klimapatenschaft GmbH verfolgt dagegen das Ziel, Unternehmen einen Weg zu zeigen, sich langfristig umweltfreundlicher aufzustellen. Mit der regionalen Pflanzaktion fand sie ein Thema, das Nachhaltigkeit anschaulich macht. „Der Verein Trinkwasserwald® hat ja bundesweit bereits zehntausende von Laubbäumen gepflanzt, um Trinkwasser zu generieren. Es war aber ein besonderer Reiz, beim ersten Projekt in Hamburg dabei zu sein. “

Klimapatenschaft bietet auch an, Unternehmen grundwasserneutral zu stellen, also den Wasserverbrauch des täglichen Geschäftsbetriebes zu ermitteln und mit Baumpflanzungen auszugleichen. Jan Sadowsky: „Wenn man CO2-Zertifikate kauft, dann ist der entsprechende Ausstoß nur in dem Jahr des Kaufs ausgeglichen. Aber beim Waldpflanzen für die Grundwassersicherung ist es so, dass man die Bäume nur einmal pflanzen muss und jedes Jahr neues Trinkwasser generiert wird. Das hat mich fasziniert und so ist die Kooperation entstanden.“

3. Umweltbewusstsein

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Mit einer Brennholzrechnung begann das Interesse für den Wald

Für die neuen nachhaltigen Grundwasserprojekte wurde bisher noch keine Bewertung entwickelt. Aber es gibt mittlerweile die ersten Forstprogramme, die sogar den Goldstandard erfüllen, die höchste Klasse der CO2-Nachhaltigkeitszertifikate. Für Jan Sadowsky lässt sich der Erfolg umweltgerechten Wirtschaftens noch an anderen Effekten ablesen: „Mir ist gar nicht so wichtig, warum jemand etwas tut, sondern dass er es tut. Es bewirkt schon viel, wenn man Menschen an diese Themen heranführt. Die Erfahrung, selbst einen Baum zu pflanzen, kann das Bewusstsein für die Umwelt verändern.“  Ein Unternehmen, das sich überzeugend für Nachhaltigkeit einsetze, könne damit auch bei Mitarbeitern und Kunden punkten.

Deshalb ist dem Klimapatenschaft-Geschäftsführer das geplante große Pflanzfest so wichtig,  bei dem die Spender ihre Setzlinge im Klövensteen selbst in die Erde bringen können. Dass Bäume nicht nur im Boden Wurzeln treiben sondern auch im Bewusstsein, hat Jan Sadowsky schließlich selbst erlebt. Aus dem Investitionsrohstoff Holz ist durch die intensive Beschäftigung mit dem Wald eine Herzensangelegenheit geworden.

Isabel und Jan Sadowsky bei einem Rundgang durchs Klövensteen

Isabel und Jan Sadowsky bei einem Rundgang durchs Klövensteen

Heute kann er den Bäumen schon an den Wipfeln ablesen, ob sie sich mögen. Und zur Entspannung greift er gern mal zur Motorsäge, aber nur, um den grünen Riesen – in Absprache mit dem Förster – im Unterholz Luft zu verschaffen: „Einen gesunden Baum zu fällen, nur um Feuerholz zu bekommen, das kann ich mir gar nicht vorstellen.“

 

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