Das zählt für…
die Iparissa-Modemacherinnen

© Fotos Regine Christiansen

Iris Greve-Thelen und Parissa Nejad © Fotos Regine Christiansen

Iparissa heißt ihr Modelabel  – und ihr Geschäft in Blankenese auch. In den schmalen Räumen in der Bahnhofstrasse 34 bieten Parissa Nejad und Iris Greve-Thelen neben der eigenen Kollektion auch ausgewählte Fremdmarken an. Was zählt dabei für die beiden Gründerinnen?

1. Knöpfe

„Wir suchen gerade nach passenden Knöpfen für eine Jacke aus unserer neuen Kollektion“, erzählt Parissa Nejad. Die Modemacherinnen achten sehr auf solche Details, wie Iris Greve-Thelen betont: „Einmal haben wir tolle silberne Totenkopf-Knöpfe gefunden und gleich eine

Riesenbestellung gemacht. Parissas Vater hat zuerst geschimpft, aber solche Kleinigkeiten sind für unseren Style entscheidend!“ 

Rezza Nejad, der im Iran das Schneiderhandwerk erlernt und Modedesign studiert hatte, produziert seit langem in Hamburg Textilien. „Ich dagegen habe zwei linke Hände und kann gar nicht zeichnen“, ärgert sich Parissa Nejad. Nun bringt ihr Zwillingsbruder die Ideen der beiden Modemacherinnen aufs Papier.

IParissa_Kleid

Edle Stoffe prägen die Iparissa-Kollektion

Umgesetzt werden die Entwürfe mit Restmengen luxuriöser Designer-Stoffe. Oft entstehen in jeder Größe nur ein bis zwei Exemplare –  Exklusives zu bezahlbaren Preisen.

Schwieriger war es für die Jungunternehmerinnen, auch interessante fremde Label zu bekommen. „Als wir Neulinge starteten, konnte man für Herbst und Winter schon nicht mehr ordern“, erinnert sich Parissa Nejat. Doch mit Charme und Hartnäckigkeit gelang es ihnen doch, ihre Auswahl zusammen zu stellen. Welche Modelle den Iparissa-Stil haben, sehen beide sofort und sind sich darin auch vollkommen einig. „Wir picken uns im Showroom immer ganz schnell die Rosinen heraus“, findet sich Iris Greve-Thelen.

2. Teamwork

Parissa Nejad hatte ihre Leidenschaft für Mode viele Jahre in einem renommierten Hamburger Fashion-Unternehmen ausgelebt. Die Sozialpädagogin Iris Greve-Thelen, eine Stammkundin mit erfahrenem Stilgespür, wurde in dieser Zeit zu einer engen Freundin. Irgendwann entstand die Idee von einem gemeinsamen Laden. Aber erst, als beide bereit waren, wagten sie gemeisam den Sprung. Am Eröffnungstag schloss Iris Greve-Thelen die Ladentür auf – und brach in Tränen aus: „Nicht etwa vor Glück, sondern weil ich plötzlich Angst hatte, in Zukunft vollkommen eingespannt zu sein.“

IParissa_Team

Verstehen sich auch ohne Worte: Parissa Nejad und Iris Greve-Thelen

Doch Parissa Nejad spürte diese Sorgen, so wie das auch umgekehrt gilt. „Wir greifen wie Zahnräder ineinander und laufen gemeinsam“, sagen beide. Zeit, Kraft und Einkommen werden nach Bedarf aufgeteilt. Beide Frauen haben Familie, die Kinder von Iris Greve-Thelen sind allerdings überwiegend flügge. „Mein Mann ist manchmal fast eifersüchtig,“ sagt sie und lacht .„Wenn man in einer Geschäftspartnerschaft so füreinander Verantwortung übernimmt, ist es auch ein bisschen wie eine Ehe.“ „Wir reden sehr viel miteinander“ bestätigt Parissa Nejad. „Wenn die eine zweifelt, dann zieht die andere sie wieder hoch. Danach können wir wieder entspannt für unsere Kunden da sein.“

 
3. Persönlichkeit
Die Kunden schätzen besonders die persönliche Beratung

Kunden schätzen besonders die persönliche Beratung

 

Die Unternehmerinnen haben nicht nur ein ähnliches Gefühl für Stil, sondern auch eine besonders offene und persönliche Art auf Menschen zuzugehen. Kein Wunder, dass Freunde und Bekannte häufig auf einen Café im Iparissa vorbeikommen. Aber auch neue Besucher lernten schnell die entpannte Art und den stilsicheren und lebensklugen Rat der Iparissa-Inhaberinnen zu schätzen. „Wir machen das hier mit unserer ganzen Persönlichkeit und so muss es in den Zeiten des Online-Handels auch sein“, findet Parissa Nejad.

Ihr größter Erfolg bisher? „Wir waren bei einer Party auf dem Süllberg eingeladen und haben dort acht Frauen getroffen, die sich für diesen Abend bei uns eingekleidet hatten!“  „Sechs davon sogar in unserer eigenen Kollektion – völlig verschiedene Frauentypen, von schmal bis kurvig,“ ergänzt Iris Greve-Thelen. „Und alle fühlten sich sichtlich schön in unserer Mode. Das hat uns unglaublich stolz gemacht.“

3 Gedanken zu „Das zählt für…
die Iparissa-Modemacherinnen

  1. Susanne Martensen

    Sehr spannende Geschichten! Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen und bin schon gespannt auf den nächsten Blog!

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    1. juch Artikelautor

      Freut mich! Im Dezember geht es um Holger Hübner, Veranstalter des Open-Air-Festivals in Wacken. In jedem August ist sein Unternehmen das größte in Schleswig-Holstein! Ich habe mich gefragt, ob Holger Hübner in erster Linie Musikfan, Unternehmer oder Dienstleister ist. Und einige interessante Antworten gefunden.

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  2. Gaby Tietje

    Guten Morgen!
    Ich hab mit Parissa in Kiel, zusammen gearbeitet! 1994, war sie meine Trauzeugin…wir hatten eine tolle Zeit!
    Liebe Grüße aus Kiel,
    Gaby Tietje

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